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3 verschiedene Arten, schöne Knopfschlingen zu erstellen

Knopfschlingen aus Garn oder Schrägband herstellen

Bei Nähtechniken ist es ja so: altes und überliefertes Wissen ist natürlich von unschätzbarem Wert, wenn es darum geht, einem Kleidungsstück den letzten Schliff zu geben und zu vollenden, z.B. durch Einsetzen von Knopflöchern oder dem Anbringen von Knopfschlaufen. Warum das Rad neu erfinden, wenn es das Wissen bereits gibt. Allerdings finde ich, dass gerade in neueren Büchern  oft einfach immer das gleiche wiederholt und empfohlen wird, was andere Bücher vorab auch schon empfohlen haben. Das ärgert mich manchmal ein wenig, denn nicht immer ist die empfohlene Technik passend (für alle Projekte) oder auch für die eigenen Materialausstattung. Oder aber man möchte schlicht mal was anderes probieren, denn der Teufel steckt bekanntlich im Detail, und so kleine Elemente können doch einen (gestalterischen wie haptischen) Unterschied ausmachen. Wer meinen Blogartikel zum Thema Occhi gelesen hat, der weiß, gerne mal ausgetretene Pfade verlasse und ein wenig herumexperimentiere. Außerdem habe ich mir noch ein kurzes Oberteil für den Sommer genäht, aus dem Rest, das von meinem Rock Silene übrig geblieben ist. Das Oberteil hat einen Schlitz hinten am Hals, der mit einem Knopf geschlossen wird. Deswegen geht es heute mal um das Thema Knopfschlingen, genauer gesagt feine Knopfschlingen an den Kanten von Kleidungsstücken, z.B. am hinteren Halsausschnitt, und welche verschiedene Möglichkeiten man da hat.

 

Mit Langettenstich umnähen

Meist liest man da ja, dass man eine Garnschlaufe bestehend aus 2-3 Fäden mit dem Langettenstich umstechen soll, so dass eine ummantelte Schlinge gebildet wird. Das Resultat finde ich meist, ähm naja... Die Schlingen verdrehen sich leicht, wodurch sich der Knopf nicht leicht schließen lässt. Außerdem sieht es auch nicht hübsch aus. Wer schon mal geknüpft hat (Makramee), der weiß natürlich, dass das an den immer gleichen Knoten liegt. Diese führen automatisch zu einer Verdrehung, weil sich nach und nach eine Spannung aufbaut.. 

Die Lösung liegt zum einen in der Wahl des Garns: Man verwendet am besten entweder Knopflochgarn, oder aber, was ich noch besser finde, feines Häkelgarn in der passenden Farbe. Perlgarn könnte auch gehen, das habe ich allerdings noch nicht ausprobiert.

Zum Anderen (und das ist noch wichtiger) wechselt man sich bei der Richtung der Knoten ab, so dass sich durch die Knoten keine Spannung aufbaut. Also so:

 

Eine Garnschlaufe mit 2 Fäden an der Kante anbringen. Dazu von innen nach außen einstechen und wieder zurück nach innen. 

Nun nochmal am Anfang nach außen stechen und eine zweite Schlaufe bilden, die die gleiche Größe hat wie die erste. der Faden verläuft inne genau an der Kante entlang.

Zuletzt am Anfang wieder ausstechen.

 

Jetzt fängt man an, die zwei schlaufen mit Knoten zu "ummanteln":

Die Nadel von vorne unter den beiden Garnschlingen hindurch und über dem Arbeitsfaden heraus.

Vorsichtig festziehen, dabei darauf achten, dass der Knoten ganz an der Basis liegt, sich also keine lockeren Bereiche bilden können.

 

Nun die Nadel von hinten über die beiden Garnschlingen und unter dem Arbeitsfaden heraus führen.

Festziehen. Auch hier auf dicht sitzende Knoten achten, man kann dafür den Daumennagel nehmen und den Knoten etwas Richtung Anfang schieben, bevor man final festzieht.

 

 

 

 

 

Nun das Ganze immer alternierend wiederholen, bis die Garnschlinge bedeckt ist. Hier nochmal zu sehen, wie man den Knoten von hinten aus arbeitet.

Fertig! Nun kann man den Faden nach innen ziehen und dort vernähen. Wenn das nicht geht (weil man z.B. die Schlaufe an einem fertigen Kleidungsstück mit Beleg anbringen will), dann kann man dicht an der Basis ein paar Knoten machen, die Nadel einstechen, etwas weiter weg innen auf der Belegseite wieder ausstechen und dicht über der Stoffoberfläche abschneiden. Etwas ruckeln, und das Fadenende verschwindet innen zwischen Kleidungsstück und Beleg

Weben / Flechten

Diese Methode eignet sich besonders für sehr kleine Knöpfe und ist meine bevorzugte Variante. Die Schlinge hält dennoch etwas aus, da der Faden, wie bei der oben beschriebenen Schlingen, innen weiterläuft und somit nicht nur an ein paar Stofffädchen hängt. Man könnte sie auch bei fertigen Kleidungsstücken hinzufügen, jedoch ist es schöner, wenn man die Fäden innen vernähen kann. Also am besten schon einnähen, bevor man den Beleg festnäht. 

Auch hier wird das Ergebnis am schönsten, wie ich finde, wenn man mercerisiertes Baumwoll-Häkelgarn oder alternativ Knopflochgarn nimmt. 

Eine Garnschlaufe mit 3 Fäden an der Kante anbringen. Dazu von innen nach außen einstechen und wieder zurück nach innen. Mit dem ersten Faden eine Schlaufe bilden, die etwas größer ist als final gewünscht. 

Nun nochmal am Anfang nach außen stechen und eine zweite Schlaufe bilden, die die gleiche Größe hat wie die erste. der Faden verläuft inne genau an der Kante entlang.

Ein letztes mal aus- und wieder einstechen, um die dritte Schlaufe zu bilden, und zuletzt am Anfang wieder ausstechen.

 

Nun fängt man an zu weben: Die Nadel über den ersten Faden, unter dem zweiten Faden, und über den dritten Faden der Garnschlaufe. Vorsichtig etwas fest ziehen und Richtung Anfang schieben.

Jetzt von der anderen Richtung die Nadel unter den ersten Faden, über den zweiten Faden, und unter den dritten Faden der Garnschlaufe führen. Wieder vorsichtig etwas fest ziehen und Richtung Anfang schieben.

Dies wiederholt man nun immer im Wechsel, bis man am Ende angekommen ist. Durch das Weben werden die Garnschlaufen fest gezogen und verkürzen sich etwas, so dass die fertige Knopfschlinge minimal kleiner wird. Deswegen legt man die Basis aus drei Fäden geringfügig größer an, aber eben nur minimal.

 

Das Ergebnis ist sehr schön und dezent, und kann auch mit etwas dickerem Häkelgarn gearbeitet werden, ohne dass es zu grob wird.

Nähen

Für die Knopfschlinge aus Stoff, auch Rouleau genannt, benötigt man ein Stück Schrägband der Breite 1,5 cm. Ich verwende diese Methode gern, wenn ich den Halsausschnitt mit Schrägband versäubere und dieses daher sowieso zuschneiden muss. Meist schneide ich fürs Versäubern das Schrägband der Breite 3 cm zu, für das Rouleau muss man dieses dann einfach nur noch der Länge nach halbieren.

 

Ich falte nun die Kanten des Schrägbands wieder zu Mitte, fingerbügeln reicht in der Regel.

Jetzt klappe ich das Schrägband zusammen, so dass die Falzkanten aufeinander liegen und die offenen Kanten innen eingeschlossen sind. 

Mit ein paar Stecknadeln fixieren und mit den Fingern pressen.

Nun die Kante von Hand mit kleinen unsichtbaren Stichen zusammennähen. Die Nähmaschine auszupacken lohnt hier nicht, außerdem braucht man eh einen Faden, um die Schlaufe final von Hand zu formen.

 

Anders sieht es natürlich aus, wenn eine ganze Kante mit Rouleau-Schlingen ausgestattet werden soll, dann kann die Nähmaschine natürlich das Mittel der Wahl sein, allerdings ist das Wenden dann auch eine Qual :-)

Dazu legt man die genähten Kanten aneinander und näht sie unsichtbar auf der späteren Unterseite (die Seite mit "Dach" am Ende der Schlaufe) zusammen. 

 

Am besten näht man am Anfang (Richtung offene Enden) ein paar mal übereinander, da man ggf. die Enden etwas einkürzen möchte.

Wenn die Knopfschlaufe die gewünschte Größe hat (je nach Knopf), kann man den Faden vernähen und abschneiden. Das schöne an dieser Methode ist, dass man die Knopfschlinge nachträglich noch etwas enger machen kann, wenn nötig.

Nun kann man die Enden kürzen und die Schlaufe einsetzen.

 

Im Gegensatz zu den ersten beiden Methoden, die auch an Bruchkanten funktionieren, kann man diese Schlaufe nur zwischenfassen, man braucht also eine offene Naht. 

Man kann die Schlaufe entweder gleich beim Nähen der Naht zwischenfassen, oder aber man lässt eine kleine Öffnung, in die man die Schlaufe einsetzt. Dann schließt man die Öffnung entweder von Hand, oder man steppt sie von außen ab.

(Natürlich kann man Knopfschlaufen auch aufsetzen, das wird aber ein anderer Blogbeitrag werden).

Wie macht ihr das so? Oder nutzt ihr lieber diese Metallhaken zum Annähen? Die mag ich ja irgendwie gar nicht, ich weiß auch nicht, warum.

 

Genießt noch die restliche Woche,

 

eure Anne Sophie

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 Heyy Oskar

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